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Keine neuen Club-Lizenzen: Ibiza schließt die Gästeliste.

Ibiza will keine neuen Club-Lizenzen mehr vergeben.

Ibizas Inselregierung plant, keine neuen Club-Lizenzen mehr zu vergeben. Was nach lokaler Ordnungspolitik klingt, ist eigentlich ein Dilemma.

UNVRS hat 2025 noch eröffnet. Vermutlich als letzter großer neuer Club auf Ibiza für eine Weile, vielleicht auch für sehr lange. Was danach kommt, regelt der PIAT, der Tourismusplan der Inselregierung, dessen Fertigstellung für 2027 erwartet wird. Der Plan sieht vor, dass neue Club-Lizenzen schlicht nicht mehr vergeben werden. Mariano Juan, Vizepräsident des Consell, formuliert es so: Es gibt bereits genug Nachtleben. Was jetzt offen ist, bleibt offen. Was noch nicht offen ist, bleibt zu.

Aus Sicht der Anwohner ist das nachvollziehbar bis überfällig. Teure Mieten, Müll, Menschenmassen, Lautstärke - das grundsätzliche Problem des Übertourismus verschärft sich dort, wo die Party der USP ist und dieses Image jahrelang aufgebaut und gepflegt wurde. Wer eine Woche im Jahr da ist, erlebt ein einmaliges Event. Wer nebenan wohnt, erlebt ein ermüdendes Kommen und Gehen ekstatischen Urlaubseskapismus - und ist nicht einmal eingeladen. Dass die Polizei in diesen Wochen wiederholt illegale Partys in Privatvillen auflöst, zeigt die Entschlossenheit, daran etwas ändern zu wollen.

Mallorca hat Happy Hours verboten, Pub Crawls reguliert, Alkoholwerbung eingeschränkt, Partyboote limitiert. Die Balearen schrauben seit Jahren am Partytourismus, nicht um ihn zu beenden, sondern um ihn zu steuern. Das Ziel lautet nicht weniger Geld, sondern weniger Schaden pro Euro.

Wenn keine neuen Flächen dazukommen, verlagert sich der Wettbewerb ins Bestehende und daraus folgt fast automatisch eine Premiumisierung. Weniger Plätze, gleiche Nachfrage, höhere Preise. VIP-Ökonomie, Tischreservierungen, Membership-Modelle, kuratierte Formate mit restriktiver Gästeliste. Das Produkt wird exklusiver, ob man das will oder nicht.

Nachfrage verschwindet nicht, wenn ein Markt geschlossen wird. Sie wandert irgendwo anders hin. Schon frühere Eingriffe auf den Balearen haben nicht die Nachfrage nach Partyreisen eliminiert, sondern umgelenkt.

Lizenzverknappung ist ein Zeichen an die Bevölkerung und schützt gleichzeitig die Etablierten. Der wirtschaftliche Erfolg der Insel hängt an einem Image, das irgendwann als großartige Idee begann - ein Pakt, bei dem die Rechnung später kommt.

Irgendwo plant sicher schon eine Küste mit dem Überschuss an Gästen, die Ibiza gerade nicht mehr haben möchte. Wenn ich eine hätte, würde ich's tun.

Quelle: Digital Music News – Ibiza Considers a Ban on New Clubs and Venues