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MEEDIA greift einen Bloomberg-Bericht auf: YouTube soll großen Kanälen Millionenbeträge für exklusive Zeitfenster bei neuen Videos bieten.

Das Angebot besteht laut Bericht aus zwei Teilen und der zweite ist interessant: Es gibt Geld für einzelne Formate und einen Anteil an den großen Werbedeals, die YouTube für die gesamte Plattform verhandelt. Wer parallel bei Netflix veröffentlicht, soll dagegen seltener in Marketingkampagnen und bei Veranstaltungen vorkommen und bei bestimmten Werbekampagnen von der Erlösbeteiligung ausgenommen bleiben.
Beides gehört zusammen. Geld kann Netflix auch. Marketingplätze, Bühnen und Kampagnenanteile kann nur die Ursprungsplattform selbst vergeben - oder eben nicht vergeben.
Netflix verlangt keine Exklusivität. Die Videos bleiben auf YouTube und laufen zusätzlich vor mehr als 325 Millionen Abonnenten. Umsonst ist auch das nicht: Netflix hätte die Videos gern einige Tage vorher und bittet in manchen Fällen darum, das Sponsoring herauszunehmen. Kein Streaminganbieter der Welt möchte Werbung zeigen, für die er nichts bekommt.
Symmetrisch ist die Lage trotzdem nicht. Netflix ist ein Kunde und kann nur anbieten. YouTube ist das Grundstück, auf dem der Kanal steht.
Wie klein das Fenster sein kann, wenn der Anlass stimmt, zeigt der 27. August. Die Gameplay-Vorschau zu „GTA VI" läuft zuerst bei Netflix, sechs Stunden später auf Rockstars YouTube-Kanal. Sechs Stunden.
Ein Netflix-Deal bringt zusätzliches Geld für Videos, die ohnehin entstehen. Was er kostet, könnten die Kampagnen sein, die danach ohne einen laufen.
Beide Seiten sind nachvollziehbar. Zwanzig Jahre Plattformaufbau macht niemanden großzügig gegenüber der Konkurrenz, und wer als Creator jede Woche liefert, nimmt einen zweiten Abnehmer gerne mit.
Reichweite auf einer Plattform ist nichts Gegebenes, sondern etwas Zugeteiltes. Es lässt sich verhandeln, kürzen, verändern oder zurückhalten. Der zweite Abnehmer verschafft Creators erstmals eine Verhandlungsposition und macht sie gleichzeitig angreifbar an der Stelle, an der ihr Geschäft steht.
Das ist das große Problem mit den Plattformen - was ein Push wert ist, merkt man erst, wenn er ausbleibt.
Quellen: MEEDIA – YouTube gegen Netflix: Kampf um Creator verschärft sich