> ## Content Index
> Fetch the complete content index at: https://www.sgnls.de/llms.txt
> Use this file to discover other available public pages before exploring further.

# Das Ticket zum Creatormarkt liegt im Katalog.
- URL: https://www.sgnls.de/das-ticket-in-den-creator-markt-liegt-im-eigenen-katalog/
- Published: 2026-08-28T08:33:00.000Z
- Updated: 2026-08-31T22:11:02.000Z
- Description: Warner lizenziert an Suno, Sony und Universal klagen noch. Dahinter liegt eine zweite Erlösquelle und mal wieder ein lukrativer Perspektivwechsel.
- Author: SGNLS
- Tags: Music & Tech

*Robert Kyncl, CEO der Warner Music Group, erklärt bei Semafors Mixed Signals, warum Warner mit dem KI-Dienst Suno einen Lizenzvertrag geschlossen hat, während Sony und Universal denselben Dienst noch verklagen.*

![](https://storage.ghost.io/c/3d/65/3d65d741-72a4-42fe-9762-af07ba25d0f3/content/images/2026/08/sgnls-formate-artikel.png)

Seine Begründung ist einfach: Suno hat Nutzer, sehr viele, und die sind bereit zu zahlen. Wenn jemand ein Publikum aufgebaut hat und in ein lizenziertes Modell wechseln will, arbeitet man mit ihm. Wenn man ihn stattdessen wegklagt, verschwindet das Publikum nicht, sondern zieht zu einem anderen Anbieter weiter.

Für die Musikindustrie verändert sich gerade mehr, als es auf den ersten Blick scheint. Bisher kommt Geld rein, wenn jemand Musik hört. Ein Lizenzvertrag mit einem Generator bringt Geld, wenn jemand Musik macht. Das ist mal wieder eine weitere Einnahmequelle aus demselben Repertoire und dieses Mal ist der Konsument auch gleichzeitig Creator.

Fürs Musikmachen wurde immer bezahlt. Studiozeit, Instrumente, Software. Nur ging dieses Geld logischerweise nie an die Rechteinhaber, die für das Erschaffen neuer Aufnahmen die Inspiration geliefert haben, sondern an einen völlig anderen Teilmarkt. Bei einem KI-Generator ist das anders, weil dort das lizenzierte Repertoire das Endprodukt erst möglich macht.

Kyncl kennt das Muster aus seiner Zeit bei YouTube. Die Plattform war voller Urheberrechtsklagen, bis Content ID kam: Statt Videos zu löschen, wurden die verwendeten Werke erkannt und die Rechteinhaber daran beteiligt. Aus einem Rechtsstreit wurde ein sehr großes Geschäft. Sein Satz dazu im Podcast ist knapp und offensiv - Nutzer interessieren sich nicht für Klagen, sie wollen einfach machen.

Bei den Bedingungen nennt Kyncl das, worauf sich die Industrie gerade zu einigen scheint: Consent, Credit, Compensation. Künstler müssen zustimmen, ihr Beitrag muss zugeordnet werden können, sie müssen beteiligt werden und das Ganze funktioniert nur mit lizenzierten Modellen. Ohne diesen Rahmen entsteht kein Markt.

Ein weiterer Ansatz aus dem Gespräch ist unabhängig von KI-Diensten interessant und jedem Labelbetreiber oder Controller nur zu gut bekannt: Kyncl sagt, dass die ersten paar hundert Titel eines Kataloges die Hälfte des Umsatzes ausmachen. Um die andere Hälfte kümmert sich niemand, weil kein Team groß genug wäre, um zehntausende Titel einzeln zu betreuen. Mit Automatisierung geht das jetzt.

Das gilt für kleine Rechteinhaber genauso wie für Warner. Ein Katalog ist kein Archiv, sondern ein lebendiger Bestand, mit dem man arbeiten kann: Metadaten, Auffindbarkeit, Zuordnung, Verwertung in Bereichen, für die vorher niemand Zeit hatte. Dass Musik heute unabhängig vom Veröffentlichungsdatum entdeckt und wiederentdeckt wird, macht das Potenzial noch umso größer.

Beides gehört zusammen. Wer sein Repertoire nicht sauber erfasst hat, kann es auch nicht lizenzieren - weder an einen KI-Dienst noch an sonst jemanden. Und wer sich die Mühe macht, den eigenen Katalog strukturiert aufzuarbeiten und zu pflegen, wird bei zukünftigen Erlösquellen einen Schritt voraus sein.

Quelle: [Semafor – Warner Music Group CEO Robert Kyncl on Mixed Signals](https://www.semafor.com/article/08/14/2026/warner-music-group-ceo-robert-kyncl-mixed-signals?ref=sgnls.de)